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Artikel Tagblatt: Götz lüftet das Geheimnis

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Thurgauer Zeitung, 24. September 2013, 02:33 Uhr

Götz lüftet das Geheimnis

Noch trägt die Lebu-Box all die eingeworfenen Ideen in sich. Thomas Götz begleitet die Präsentation mit närrischem Humor. (Bild: Severin Schwendener)

Mehr als fünfzig Ideen haben die Bürger von Bischofszell im Ideenbriefkasten deponiert. Jetzt ist dieser geöffnet, und die Vorschläge werden angeschaut – was aus den Visionen wird, muss sich erst noch weisen.

SEVERIN SCHWENDENER

BISCHOFSZELL. Die Büchse ist geöffnet und damit das grosse Geheimnis gelüftet. Narrensicher begleitet vom Narren Thomas Götz wurden die mehr als fünfzig Ideen am Samstag in der Aula des Sandbänklis freigesetzt. Die Initianten der Lebu-Box freuten sich nicht nur über die grosse Zahl der Wortmeldungen, sondern auch über deren Seriosität. «Unter den deponierten Ideen gab es praktisch keine dummen Sprüche und nichts unter der Gürtellinie», freute sich Briefkastenonkel Ernst Schlaginhaufen.

Fasnacht im Sommer

Die Ideen waren dabei so vielfältig wie die Bürger der Stadt: so bat ein kleines Mädchen darum, die Fasnacht vom Winter in den Sommer zu verschieben, während sich ein anderer Bürger auf zwölf Seiten handschriftlich zu Wort meldete. Die Bürgerinitiative gruppierte die Eingaben in die drei Themenblöcke Verkehr, Zusammenleben und Visionen. Die Gruppe präsentierte die Vorschläge dem Publikum und diskutierte einige von ihnen eingehender.

Ein Tunnel oder doch keiner

Thema war zum Beispiel der Verkehr, zu dem zahlreiche Lösungsansätze in der Lebu-Box lagen. Doch würde eine Umfahrung das Verkehrsproblem in Bischofszell lösen? Hätte man das Geld, eine solche zu bauen? In der Lebu-Box standen Forderungen nach einem Tunnel genauso wie der Wunsch, auf gar keinen Fall einen Tunnel zu bauen.

In der kurzen Diskussion reichte es kaum zu mehr als zu einer Auslegeordnung. «Wir suchen heute gar nicht nach der Lösung», zeigte sich auch Moderator Thomas Diethelm von der Bürgerinitiative realistisch, «es geht mehr darum, Probleme zu benennen und Leute mit Ideen zu rekrutieren.»

Zwei weitere Spannungsfelder waren die Themen Ausländer und Littering. Die Bürgerinitiative präsentierte dazu Audiokommentare aus der Bevölkerung, welche die Vielfalt der Meinungen offensichtlich machten. So störten sich viele Schweizer an den Ausländern, die vor dem Bahnhof bei ihren Autos herumhängen und laut Musik hören, während sich die Angesprochenen wiederum daran störten, dass sie als schwarze Schafe gebrandmarkt seien und keine Mitsprache hätten. Doch auch Schweizer Jugendliche fühlen sich offenbar nicht immer ernst genommen, während ältere Passanten die Jugendlichen für das Abfallproblem verantwortlich machen. Am Samstagabend redeten aber weder Junge noch Ausländer mit.

Ideen alleine reichen nicht

Das Interesse war allerdings trotzdem gross, die Aula Sandbänkli gut gefüllt. Die Besucher gewichteten am Ende der Vorstellung die ausgehängten Ideen, und die Bürgerinitiative wird diese weiter bearbeiten, wie Thomas Diethelm bekräftigte: «Dieser Abend soll keine Alibiübung sein, wir wollen alles tun, dass aus diesen Ideen etwas Konkretes herauskommt.» Bis es so weit ist, braucht es aber mehr als einen unterhaltsamen Abend mit Thomas Götz und musikalischer Untermalung durch die Brickhouse Band. «Am Ende stellen sich die zwei Fragen: wer macht’s, und wer bezahlt’s?», brachte Stadtammann Josef Mattle die Diskussion auf den Punkt. Leider zeigt die Erfahrung, dass der Enthusiasmus schwindet, je konkreter man sich diesen beiden Fragen widmet.

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