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Neujahrsapéro 2016

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CVP Neujahrsapéro 2016

Ansprache des Präsidenten

Am 2. April im Jahre 2028 trug sich im Städtchen Zellersbü Folgendes zu:   Die erste Stadtpräsidentin in der Geschichte von Zellerbü stieg eine sich eng windende Treppe hinunter, welche in den Keller des Rathauses führte. Sie summte ein kleines Liedchen und in ihrem Gesicht konnte man ein selbstzufriedenes Lächeln entdecken. Heute war er da, der Tag, auf den sie seit einigen Wochen hin gefiebert hatte. Der Spatenstich zu einer Untertunnelung von Zellersbü sollte heute erfolgen. Ein für alle Male sollten die Staus beim Bahnhofkreisel und vor dem nahegelegenen Bahnübergang verschwinden. Schluss mit den Lastwagen, welche die Grubenstrasse hochkeuchten und weiter die Bahnhofstrasse entlang mitten durchs Städtchen. Schluss mit den von den 50 Tönnern verursachten Erschütterungen, die im Rathaus die Kaffeetassen beim Morgenkaffee zum Klirren brachten.  Zwar hatte lange, sehr lange, nichts darauf hingedeutet, dass die chronischen Verkehrsprobleme des ansonsten beschaulichen Städtchens Zellersbü einer Lösung zugeführt werden würden. Ideen und Konzepte gab es zu Hauf, das ist wahr. Doch alle wurden nach hitzigen Diskussionen und ja, auch Quereleien für null und nichtig befunden, verschwanden in Schubladen von Beamten oder zerbröselten in nicht mehr geöffneten Computerdateien. Zu teuer! Das Problem nicht lösend, nur verlagernd! Unverhältnismässig! Nur mit den Nachbargemeinden zu machen, und die werden nie Hand reichen! Zu teuer! Zu Teuer! Zu teuer! Basta! Bis, ja bis vor wenigen Monaten eine ganz neue Crew im Bürgersaal des Rathauses die Sessel einnahm, auf denen die Stadtregierung zu Tagen pflegt. In einer kühnen Verfügung – man hatte sich ein Vorbild genommen am Festspiel des Jahres 2000 ‚Vor luuter Vorsicht passiert öppis Kühns‘ – man hatte befunden der Vorsicht sei nun lange genug gefrönt worden, das Kühne sei nun an der Reihe – in einer kühnen Verfügung also beschied man, die Variante Untertunnelung sei nun endlich – und zwar subito, ja subito – auszuführen. Und da sich das Projekt schon lange im Richtplan nicht nur der Stadt, sondern auch dem des Kantons befunden hatte, stand diesem Unterfangen ja auch nicht wirklich etwas im Wege.

 

Einen plötzlichen Meinungsumschwung in der Bevölkerung, vielleicht dadurch herbeigeführt, dass einige Monate zuvor das kath. Pfarrhaus mit Krachen und Getöse in sich zusammengefallen war, nutzte man, um in einer eiligst einberufenen Volksbefragung eine überwältigende Zustimmung von über 90% für das Jahrhundertwerk einzuholen. Schon lange hatte der Pfarrer in der Kirchenvorsteherschaft auf immer grösser werdende Risse im Gemäuer des altehrwürdigen Gebäudes aufmerksam gemacht und meinte, diese seien auf Erschütterungen, welche von der Grubenstrasse herrührten, zurückzuführen. Es würde ihm den Schlaf rauben, meinte der Pfarrer. Die Kirchenvorsteher-schaft versuchte ihn zu beruhigen, sagte, seine Schlaflosigkeit sei auf sein sehr hohes Alter zurückzuführen.

Wie auch immer: Jetzt herrschte überall Enthusiasmus und Getriebigkeit. In einem Eilfahren wurden die nötigen Bewilligungen eingeholt, ein verkürztes Ausschreibeverfahren wurde initiiert. Überall Vorfreude! Und eben heute der Spatenstich! Frau Stadtpräsidentin öffnete die gierende Kellertür. Am Abend zuvor hatte sie dort die blumengeschmückten Spaten aufstellen lassen. Sie wollte sich nur versichern, dass alles in Ordnung war. Da sie nun aber den Lichtschalter tätigte, stockte ihr der Atem und das Blut schien ihr in den Adern zu gefrieren. Da lagen sie die Spaten, die blumengeschmückten, kreuz und quer über den Kellerboden zerstreut. Die Stiele hatte jemand unmittelbar über dem Spatenteil abgeschnitten. Unbrauchbar! Allesamt!

Kein Wunder wittert Frau Stadtpräsidentin dunkle Machenschaften. Erst recht als sich etwas später beim Öffnen des Ordners ‚Stadtumfahrung‘, wo auch eine sorgfältig vorbereitete online Version der Rede, die Frau Stadträtin zu halten gedachte, niedergelegt war, als sich dort nur ein flimmerndes Grau zeigte.

Ich will Ihnen die Details im weiteren Verlauf dieser unseligen Geschichte ersparen. Nur noch so viel. Eine strafrechtliche Untersuchung, die verständlicherweise eingeleitet worden war, hatte geradezu Unglaubliches zu Tage gebracht. In einem verzweifelten Versuch, ein finanzielles Fiasko für das Städtchen zu verhindern, hatte der abgetretene Stadtpräsident sich mit einem Schlüssel, den er für alle Fälle, wie er sagte, zurückbehalten habe, hatte sich der Alt-Stadtpräsident Zugang zum Stadthaus und besagtem Keller verschafft. Und er hatte besagte Zerstörungstat begangen und er hatte sich Zugang zu den Dateien der Stadt verschafft und auch das Computersystem des Kantons gehakt. Und er hatte alle Dateien und Dokumente, die irgendwie im Zusammenhang mit der Verkehrsproblematik in Zellersbü zu tun hatten – inklusive sämtliche, ja wirklich alle Pläne- mit einem gefrässigen Virus infiziert. Das Gericht befand, er habe ehrenwerte Gründe für sein Handeln gehabt und sprach ihn vollumfänglich frei. Und so verharrt die Verwirklichung einer wirksamen Stadtumfahrung des beschaulichen, aber verkehrsgeplagten Städtchens bis heute einer Realisierung.

Ich weiss nicht, ob die Krimis von Norbert Hochreutener, unserem Gastreferenten von heute, auch von solch dreisten Machenschaften handeln. Vielleicht sind Herr Hochreuteners Stories von nicht ganz so grosser Reichweite und Dramatik wie das eben geschilderte Geschehen. Vielleicht handeln sie beispielsweise von Kommunenvätern, die doch tatsächlich in einer Nacht und Nebelaktion grüne Linien auf Strassenränder malen lassen und dazu noch die Kühnheit haben zu behaupten, diese dienten der Sicherheit von Schulkindern und Fussgängern. Wir werden sehen. Jedenfalls: Wir harren in gespannter Freude auf ihre Lesung, Herr Hochreutener, und heissen Sie ganz herzlich hier bei uns in Bischofszell willkommen. Willkommen heisse ich auch Sie, sehr verehrte Gäste. Es freut mich, mit Ihnen zusammen nachher auf das Neue Jahr anstossen zu dürfen. Einen besonderen Gruss darf ich an unsere Gäste von der CVP 60+ richten und besonders freue ich mich auch, unseren Stadtpräsidenten Thomas Weingart bei uns begrüssen zu dürfen. Ein weiteres herzliches Willkommen gilt auch den anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten für die Grossratswahlen im Kanton Thurgau vom kommenden Frühling. Ihnen allen, die hier anwesend sind, viel Gefreutes im Neuen Jahr, Gesundheit und Gottes Segen.

Sie haben es natürlich gemerkt, die vorhin geschilderten Ereignisse in Zellersbü könnten sich durchaus auch in Bischofszell abspielen. So hat im Juni letzen Jahres tatsächlich eine neue Stadtregierung das Szepter im Bischofszeller Stadthaus übernommen und sorgt dort für neuen Schwung. Der Verkehr bewegt seit Jahrzehnten die Gemüter der Bischofszellerinnen und Bischofszeller. Der neue Stadtrat hat eine breitangelegte Vernehmlassung initiiert, auch die CVP hat eine ausführliche und fundierte Stellungnahme abgegeben. Überhaupt, das vergangene Jahr hat uns im Vorstand der CVP ziemlich auf Trab gehalten. Es galt auch die Kommunalwahlen vorzubereiten und den Wahlkampf dafür zu bestreiten. In Bischofszell hatte die CVP mit dem Vorsitz der Interpartei eine besondere Verantwortung inne und hat diese glaube ich auch gut und verantwortungsvoll wahrgenommen. Es waren für die CVP erfolgreiche Wahlen, in Bischofszell wie auch in Hauptwil, alle unsere Kandidatinnen und Kandidaten in die Gemeinde- bzw. Stadtbehörden und in die jeweiligen RPKs wurden mit hervorragenden Resultaten gewählt. Ihnen allen noch einmal herzliche Gratulation und ein grosses Dankeschön für ihre Arbeit. Stichwortartig unsere weiteren Aktivitäten im vergangenen Jahr: 8 Vorstandssitzungen – Rosenwochenbeizli mit Wetterpech – mit über 90 Anwesenden hervorragend besuchter Herbstanlass zum Thema ‚Demenz‘ – Mitarbeit bei der ‚Energy-Tour‘ – Engagement für die CVP Kandidatinnen und Kandidaten für die National- und Ständeratswahlen – diverse Plakatierungen – Durchführung einer CVP-Delegiertenversammlung – Suche von Kandidatinnen und Kandidaten für die Grossratswahlen – Mitarbeit in der Bezirkspartei – Adventskafi: ein wahrhaft vielfältiges und intesives CVP Jahr. Allen, die die CVP aktiv unterstützen, aber auch allen Mitgliedern und Sympathisanten ein grosses Dankeschön.

Hier vor Ort blicken wir mit grosser und berechtigter Zuversicht in die Zukunft. Wenn wir in die Welt hinausschauen, ist die Zuversicht weniger selbstverständlich. Ich brauche dies hier nicht auszuführen. Sie allen kennen die Gefahren und Herausforderungen, die sich plötzlich am Horizont gezeigt haben. Dies jedenfalls im Empfinden vieler und viele fühlen sich in ihrem Selbstverständnis bedroht. Wir sind als Gesellschaft gefordert. Und so wie ich das verstehe, steht gerade auch die CVP in der Pflicht, ihren Beitrag an die Bewältigung der Herausforderungen zu leisten. Das C in unserem Namen verpflichtet uns auf eine Art von Handeln, in deren Zentrum der Respekt vor der Menschenwürde steht.

Ich komme zum Schluss: Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen,
sondern möglich mache
n, sagte einmal Antoine de Saint-Exupéry, der Dichter des Petit Prince. Das ist wahr, denn wir wollen ja nicht bereits zu Beginn ein Jahr, das sich nicht mehr gestalten lässt, weil wir es schon vorausgesehen haben. Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen gelingt ihr Jahr mit der unvoreingenommen Kraft und Phantasie des kleinen Prinzen zu gestalten, sodass Freundschaft und Menschlichkeit lebendig werden können. Eines ist aber tatsächlich jetzt schon klar: In einem Jahr wird an dieser Stelle jemand anders zu Ihnen reden. Ich danke!

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