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Vernehmlassung zur Verkehrsentlastung Stadt Bischofszell

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Vernehmlassung der CVP Bischofszell und Umgebung zur
„Verkehrsentlastung Stadt Bischofszell“

Sehr geehrter Herr Stadtpräsident

Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte

Namens der CVP Ortspartei Bischofszell und Umgebung nehmen wir zu dem am 17. März 2015 in der Bitzihalle Bischofszell der Öffentlichkeit vorgestellten Konzept „Verkehrsentlastung Stadt Bischofszell“ wie folgt Stellung:

1.       Allgemeine Bemerkungen

Einleitend möchten wir allen an der Machbarkeitsstudie beteiligten kantonalen und städtischen Gremien für die seriöse Arbeit, die im Vorfeld geleistet wurde, ganz herzlich danken.

Die CVP Bischofszell und Umgebung hat sich an einer Vorstandssitzung im Mai 2015 und an einer speziell einberufenen Mitgliederversammlung am 1. September 2015 vom zuständigen Stadtrat Boris Binzegger und von Bauverwalter Sacha Derron das vom kantonalen Departement für Bau und Umwelt gemeinsam mit der Stadt Bischofszell erarbeitete Konzept vorstellen lassen.

Generell möchte die CVP festhalten, dass in der Problematik der Verkehrsentlastung umsichtig vorgegangen werden muss. Faktoren wie Kosten, Nutzen und Verhältnismässigkeit müssen vorsichtig gegeneinander abgewogen werden. Auf keinen Fall darf eine Entlastung einiger auf Kosten anderer geschehen. Ausserdem muss eine Lösung angestrebt werden, welche das Ortsbild nicht beeinträchtigt. Grosse Beachtung muss auch sicherheitstechnischen Aspekten geschenkt werden. Und von prioritärer Bedeutung ist schliesslich auch der Einbezug der Aussengemeinden.

Als positiv wird seitens der CVP gewertet, dass für das Konzept „Verkehrsentlastung Stadt Bischofszell“ umfangreiche Abklärungen und Erhebungen gemacht wurden und dass man diese in eine überschaubare Anzahl konkreter Vorschläge hat einfliessen hat.  Zu anerkennen ist auch,  dass man bestrebt war, offen und transparent zu informieren und die Bevölkerung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt einzubeziehen. Ein grundsätzlich positiver Ansatz ist das Bestreben, eine ‚bischofszell-interne‘ Lösung zu finden, welche die Aussengemeinden möglichst nicht tangiert.

Nichtsdestotrotz ist festzuhalten, dass keine der 6 im Konzept vorgeschlagenen Lösungen tauglich ist, das Verkehrsproblem Bischofszell nachhaltig zu lösen.

2.       Im Einzelnen

Variante Null+

Die Variante Null+ zeigt gemäss Projektleitung das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis, sie bringt aber keinen Entlastungseffekt.

Variante ZO1

Die Variante ZO1 scheint auf den ersten Blick eine ideale Lösung, da sie eine Entlastung des Zentrums von gegen 80% bringt und ein vernünftiges Kosten-Nutzen-Verhältnis zeigt. Wir sind jedoch der Meinung, dass ein Kreisel in unmittelbarer Nähe zum Bahnübergang keinen Sinn macht, solange der oberirdische Bahnübergang erhalten bleibt. Ausserdem sind die Raumverhältnisse im Bereich Einfahrt Espenstrasse / Steigstrasse so beengend sind, dass ein Kreisel von ausreichender Grösse nicht mehr gebaut werden kann. Rückstaus wären hier vorprogrammiert. Problematisch könnte auch der Einkaufsverkehr Migros sein. Eine Variante jedenfalls mit erheblichen Fragen bezüglich Machbarkeit und Sicherheit. Unglücklich im Übrigen auch die Verkehrsführung durch das Wohnquartier Espen.

Variante ZW1 (alte Vorzugsvariante)

Diese Variante hätte auf das Ortsbild von Bischofszell mit einer im Siedlungsgebiet aus einem Tunnel auftauchenden Strasse  katastrophale Auswirkungen. Ausserdem liegt diese Variante deutlich ausserhalb eines tragbaren Kostenrahmens von höchstens Fr. 100‘000‘000.

Variante DW2

Diese Variante ist der im Jahre 2007 von der Bischofszeller Bevölkerung deutlich abgelehnten Lösung ähnlich. Sie würde die Altstadt weiträumig westlich umfahren und den Verkehr in einem Tunnel im Bereich des südlichen Bahnübergangs (Grenze Bischofszell/Niederbüren) in die bestehende Strasse nach Niederbüren/Oberbüren bzw. durch das Sorntal nach Hauptwil und weiter nach Gossau führen. Die Problematik liegt hier nicht primär in den Kosten von rund Fr. 120‘000‘000, sondern in der Tatsache, dass der Verkehr über gemeindefremdes, teilweise sogar ausserkantonales Gebiet geleitet würde. Es ist abzusehen, dass die betroffenen Gemeinden Niederbüren, Waldkirch und Hauptwil-Gottshaus zu dieser Lösung nicht Hand bieten würden. Die Variante DW2 ist aber im Ansatz richtig und könnte in einer angepassten Version eine Lösung bieten (siehe unten).

Varianten ZW4 & DW5

Beide Varianten sind deutlich zu teuer und würden den Finanzhaushalt der Stadt Bischofszell auf Jahrzehnte übermässig belasten und andere notwendige Aufgaben blockieren.

3.       Empfehlungen

Flankierende Massnahmen und Warten auf Auswirkung BTS /OLS

Flankierende Massnahmen für die Sicherheit des Langsamverkehr und der Fussgänger – auch in den Wohnquartieren – sind unabhängig von einer Verkehrsentlastung angezeigt. Es ist überlegenswert, die Variante Null Plus+ kurz- bis mittelfristig umzusetzen und gleichzeitig die Auswirkungen der BTS/OLS abzuwarten. Es könnte sich zeigen, dass gewisse Verkehrsströme anders laufen als heute und das Verkehrsproblem Bischofszell sich entschärft.

Lastwagen

Wenn das Problem der Lastwagen gelöst wäre, könnte sich zeigen, dass eine weitergehende Entlastung des Zentrums hinfällig wird. Es ist zu prüfen, inwiefern durch eine entsprechende Signalisation der Lastwagenverkehr vom Zentrum der Stadt Bischofszell ferngehalten werden könnte. Je nach Signalisation könnte ein Lastwagenverbot für das Zentrum von Bischofszell in Erwägung gezogen werden.

Westumfahrung

Im vorgelegten Konzept fehlt eine Variante Zentrumsumfahrung West. Das zuständige kantonale Amt ist anzuhalten, eine solche Variante, die möglichweise recht kostengünstig zu realisieren wäre – da weitgehend über bestehende Strassen führend -, zu prüfen. Vorstellbar sind verschiedene Varianten: Beispielsweise könnte der Verkehr mit Ziel Niederbüren / Autobahn nach der Sitterbrücke mit einem Knotenausbau über die Fabrikstrasse in den Bereich Lindensteig (Krapf) – Fileppistrasse – Teufelsgässli geführt werden. Von dort könnte eine zu bauende Strasse zum Werkhof Forstwerkhof der Bürgergemeinde führen, wo sich der Verkehr in die bestehende Strasse nach Niederbüren ergiesst. Das Zentrum wäre damit nicht verkehrsfrei, jedoch erheblich entlastet. Gleichzeitig könnte mit dieser Strasse ein Lastwagenfahrverbot durch die Altstadt umgesetzt werden.

Bahnübergang Rest. Eisenbahn

Eine Krux stellt der Bahnübergang beim Rest. Eisenbahn dar. Mit den SBB und den betroffenen Grundeigentümern ist Kontakt aufzunehmen mit Ziel der Aufhebung jenes Überganges. Wenn jenes Hindernis beseitigt wäre, könnten sich neue Möglichkeiten der Verkehrsentlastung auftun.

4.       Schlussbemerkungen

Die angespannte Verkehrssituation im Städtchen ist nicht einfach zu lösen. Umso wichtiger scheint es uns, dass eine Lösung gefunden wird, welche von möglichst vielen getragen wird. Dies schliesst eine Nulllösung nicht aus. Aber auch wenn für den Moment eine Nulllösung die angebracht Lösung sein sollte, müssen in einer Überarbeitung der Ortsplanung mögliche Linienführungen einer künftigen Verkehrsentlastung bzw. Umfahrung festgelegt werden. Bei der Erarbeitung von Lösungen ist der Bevölkerung eine breite Mitwirkung einzuräumen. Ein erster Schritt dazu könnte die Erweiterung der Energiekommission mit Vertretern von Interessengruppen sein.

Die CVP Bischofszell und Umgebung hofft, mit dieser Stellungnahme einen Beitrag geleistet zu haben zu einem zukunftsorientierten Ansatz ‚Verkehrsentlastung Stadt Bischofszell‘

Bischofszell, 9. September 2015

Für die CVP Bischofszell und Umgebung

Thomas Diethelm

Präsident

Kategorie: Allgemein | Kommentar schreiben

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